Nach dem Entscheid des Bundesrates: Jetzt ist der Kanton Zürich gefordert!

Der KMU- und Gewerbeverband Kanton Zürich (KGV) nimmt den Entscheid des Bundesrates zur Kenntnis. Für die KMU-Wirtschaft im Kanton Zürich sind die verschärften Massnahmen einschneidend, für gewisse Branchen existenzbedrohend. Dazu gehören insbesondere:

-      Verbot von Veranstaltungen über 50 Personen und Messen, Schliessung von Clubs etc.

-      Quasi-Verbot von Events, Theater, Erwachsenen-Weiterbildung, Fitnesscenter etc.

-      Massive Einschränkungen für Restaurationsbetriebe mit Personen-Beschränkung pro Tisch und Sperrstunde

-      Maskenpflicht im Freien in Städten, Einkaufsstrassen etc.

Die wirtschaftlichen Schäden der neuen Massnahmen dürften für die betroffenen Branchen erheblich sein. Auch Zulieferer werden darunter leiden.

Aus Sicht des KGV braucht es nun schnelle und unbürokratische finanzielle Hilfe für die betroffenen KMU. Diese wurden aufgrund der Massnahmen von Bund und Kanton mit einem Berufsverbot bzw. Quasi-Berufsverbot belegt und tragen keine Schuld für ihre prekäre Lage.

Forderungen an den Zürcher Regierungsrat:

-    Härtefall-Entschädigungen für stark betroffene KMU. Bund und Kanton sollen dort grosszügige Entschädigungen leisten, wo sie aufgrund von staatlichen Massnahmen die Unternehmen in ihrer wirtschaftlichen Tätigkeit eingeschränkt haben. Kredit und Darlehen sind mittel- und langfristig keine geeignete Unterstützung, sondern eine finanzielle Hypothek. Die Politik ist hier gefordert!

-    Keine zusätzlichen kantonale Einschränkungen für die Wirtschaft, welche weiter gehen als Bundesvorgaben. Nun braucht es ein öffentliches Bekenntnis der Zürcher Regierung, dass diese die Massnahmen des Bundes mit einem Monitoring eng beobachtet und keine eigenen Verschärfungen vorsieht. Dies würde für eine gewisse Planungssicherheit bei den Unternehmen sorgen und das Vertrauen in die Behörden stärken.

-    Contact Tracing soll professionalisiert und ausgebaut werden. Der Kanton hat einen grossen Pool an Mitarbeitern, welcher für das Contact Tracing eingesetzt werden kann. Hier braucht es innovatives Denken und direktionsübergreifende Zusammenarbeit.

-    Schnellstmögliche Einführung von flächendeckenden Schnelltests. Der Kanton Zürich soll führend werden beim effizienten Einsatz von Schnelltests. Schnelltests sollen nicht nur im medizinischen Bereich, sondern hauptsächlich für die Wirtschaft eingesetzt werden. Bspw. am Flughafen für Touristen und Geschäftsreisende (zur Aufhebung der Reisebeschränkungen bzw. der Quarantäne); bei Unternehmen um die Mitarbeiter-Quarantäne zu verkürzen etc.

-    Bessere Kommunikation seitens des Kantons - Zusammenarbeit mit der Wirtschaft. Der Kanton Zürich soll transparent kommunizieren und seinen mittel- und langfristigen Krisenplan öffentlich machen. Die Wirtschaftsverbände, sowie Ärzte- und Apothekerverbände dürfen künftig bei den Entscheidungen der Regierung nicht mehr aussen vor gelassen werden. Hier besteht akuter Handlungsbedarf.