FAQ zu Ferien, Rückreise, Corona-Test & Quarantäne

 

FAQ zu Ferien, Rückreise, Corona-Test & Quarantäne

1. Allgemeines
Die Ferien stehen vor der Türe, womit angesichts der Corona-Krise Informationen zu den aktuellen Reisemöglichkeiten und -empfehlungen wichtig sind. Die Einreise-/Ausreisevorschriften können sich aufgrund der epidemischen Entwicklung (in- und ausländisch) sehr schnell ändern.

Daher sollte man sich tagesaktuell über die Einreise-/Ausreisebestimmungen direkt beim EDA oder bei der Botschaft des entsprechenden Landes informieren. Arbeitgeber sollten die für sie wichtigen Punkte mit dem Arbeitnehmenden vor Antritt der Reise persönlich besprechen und allfällige Vereinbarungen (wie z.B. Vereinbarung eines Termins für den Corona-Test am Rück-reisetag) schriftlich - zwecks Nachweis der Einwilligung - festhalten.

2. Empfehlung für Ausland-Reisende
Seit Mitte Juni 2020 ist es wiederholt zu einer Ausbreitung des neuen Coronavirus in der Schweiz gekommen, nachdem infizierte Personen aus Ländern des Schengenraums und aus Nicht-Schengen-Staaten eingereist sind.

Deshalb empfiehlt das BAG seit dem 15. Juni 2020, weiterhin auf nicht notwendige Auslandreisen zu verzichten. Von dieser Empfehlung ausgenommen sind die Länder des Schengen-Raums (inkl. Dänemark, Island und Norwegen) sowie Grossbritannien.

Infolgedessen können Personen, die in den Schengen Staaten Ferien machen wollen, dies uneingeschränkt tun (Stand 02.07.2020), und der Arbeitgeber kann dies nicht verbieten.

Auch ein durch den Arbeitgeber ausgesprochenes Verbot für Ferien in einem Risikostaat ist rechtlich gesehen heikel und fraglich, ob es durchsetzbar wäre. Dies insbesondere dann, wenn es um notwendige Reisen, wie z.B. um Besuche von kranken Familienangehörigen geht. Das BAG führt für diese Risikoländer eine entsprechende Liste, die regelmässig angepasst wird. Zurzeit handelt es sich um 29 Länder: Argentinien, Armenien, Aserbaidschan, Bahrain, Belarus, Bolivien, Brasilien, Chile, Dominikanische Republik, Honduras, Irak, Israel, Kap Verde, Katar, Kolumbien, Kosovo, Kuwait, Moldau, Nordmazedonien, Oman, Panama, Peru, Russland, Saudi-Arabien, Schweden, Serbien, Südafrika, Turks- und Caicos-Inseln, Vereinigte Staaten (Stand 07.07.2020).

Sollte eine Person sich krank fühlen, einzelne Symptome einer möglichen Infektion aufweisen oder vor Kurzem Kontakt mit einer zu Covid-infizierten Person gehabt haben, sollte sie nicht reisen und stattdessen zu Hause bleiben. Sie kann einen Coronavirus-Check machen oder einen Arzt konsultieren.

Wir empfehlen, ein persönliches Gespräch mit dem Arbeitnehmenden zu führen, um alle Fragen (Feriendestination, Vorgehen bei Rückkehr und vor Antritt der Stelle) im Einzelfall zu klären.

3. Reise ins Risikogebiet
Für Arbeitnehmende, die sich in einem Staat oder Gebiet mit erhöhtem Infektionsrisiko (sog. Risikogebiet wie z.B. Schweden, Serbien, Kosovo) aufgehalten haben und in die Schweiz einreisen, besteht ab dem 06.07.2020 eine 10-tägige Quarantänepflicht. Dabei handelt es sich nicht um eine Empfehlung, sondern um eine behördliche Anordnung gemäss Epidemiengesetz.

Für die 10-tätige Quarantäne-Zeit erhält die Person keinerlei Vergütung bzw. Lohnersatz. Es gibt weder eine Corona-Entschädigung vom Bund noch ein Quarantäne-Taggeld von der EO.

Der Arbeitgeber ist auch nicht verpflichtet, eine Lohnfortzahlung zu leisten. Sprich der Arbeitnehmende riskiert seinen Lohn (unbezahlte Absenz) oder muss allenfalls zusätzliche Ferien-tage hierfür beziehen. Die Arbeit kann in dieser Zeit von zu Hause aus verrichtet werden, sofern dies möglich ist. Wer aber seine Arbeit vor Ort verrichten muss (wie insb. Handwerker), muss - ohne Lohnfortzahlungspflicht des Arbeitgebers- in Quarantäne gehen. Denn die Arbeitsverhinderung ist vom Arbeitnehmenden "verschuldet", weil er sich "freiwillig" und "im Wissen um die Folgen" in ein Risikogebiet begeben hat.

Arbeitnehmende, die in Gebiete gereist sind, die zum Zeitpunkt der Abreise risikoarm waren, trifft hingegen grundsätzlich kein Verschulden, wenn diese Gebiete in ihren Ferien als Risiko-gebiet eingestuft werden.

4. Fragen betreffend Rückkehr aus den Ferien

Müssen Mitarbeiter, die im Ausland waren, in Quarantäne?
Ab Montag, 6. Juli 2020, müssen Personen, die aus gewissen Risiko-Ländern einreisen, für zehn Tage in Quarantäne. Das BAG führt für diese Risikoländer eine entsprechende Liste (https://www.admin.ch/opc/de/classified-compilation/20201948/index.html), die regelmässig angepasst wird. Die betroffenen Personen werden gezielt im Flugzeug, im Reisebus und an den Grenzübergängen informiert.

Sie müssen sich nach der Einreise innerhalb von zwei Tagen bei den kantonalen Behörden melden. Spazieren gehen, frische Luft schnappen oder Einkäufe zu tätigen sind verboten. Wer gegen Quarantänebestimmungen verstösst, riskiert bis zu 10'000 Franken Busse.

Die Flug- und Reisebusgesellschaften werden zudem angewiesen, kranke Passagiere nicht zu transportieren. Informieren Sie sich vor Ihrer Reise auf der Webseite des Staatssekretariats für Migration SEM. Dort finden Sie Fragen und Antworten zu Einreisebeschränkungen und -aus-nahmen, zu Personenfreizügigkeit und Visa-Stopp.

Darf der Arbeitgeber den Arbeitnehmenden (ohne Indikation einer möglichen Infektion) auffordern, nach den Ferien, für 10 Tage zuhause zu bleiben?
Bei Rückkehrenden aus einem Risikogebiet muss er dies tun, bei Rückkehrenden aus dem Schengen Raum darf er dies tun, muss jedoch in diesem zweiten Fall den vollen Lohn bezahlen, zumal bei dieser zweiten Gruppe keine Quarantänepflicht besteht.

In welchen Fällen bekommt man eine EO-Entschädigung für die Quarantäne?
Die EO-Entschädigung richtet sich an Personen, die nicht selber am Virus erkrankt sind, aber aufgrund von Kontakt mit einer positiv getesteten Person respektive einem Verdachtsfall in Quarantäne sind. Dies ist im Einzelfall z.B. für einen Rückreisenden aus dem Schengen Raum oder aus den Schweizer Ferien möglich. Die Quarantäne muss ärztlich oder behördlich angeordnet sein. Eine Selbst-Isolation (ohne Indikation) genügt für den Anspruch nicht.

Für Rückkehrende aus einem der erwähnten Risikoländer gilt diese Regelung nicht (vgl. unsere Erläuterungen unter Ziff. 3 Reise ins Risikogebiet oben).

Es empfiehlt sich in jedem Fall die Ferienbedürfnisse mit den einzelnen Arbeitnehmenden vor Abreise bzw. Ferienantritt genauer anzuschauen und schriftlich festzuhalten, ob er für eine allfällige Quarantäne zusätzliche Ferientage bzw. Überstunden drangeben möchte oder auf den Lohn während dieser Tage verzichtet. Dasselbe gilt für das weitere Vorgehen bei Rück-kehr aus den Ferien und Stellenantritt (z.B. negatives Corona-Testergebnis vorzeigen).

Darf ich als Arbeitgeber von meinem Mitarbeiter nach Rückkehr aus den Ferien einen Corona-Test verlangen?
Die Corona Tests werden neuerdings vom Bund bezahlt. Der Arbeitnehmende kann jedoch (ohne Indikation einer möglichen Infektion) nicht ohne sein Einverständnis zu einem Test gezwungen werden, weshalb eine einvernehmliche Lösung angestrebt werden sollte. Ausländische Testes können grundsätzlich akzeptiert werden, sofern sie glaubwürdig erscheinen.

In welchen Fällen muss der Arbeitgeber seinen Mitarbeiter anweisen, zu Hause zu bleiben?
Gemäss dem SMGV Muster-Schutzkonzept müssen folgende Arbeitnehmende (unter Einholung eines ärztlichen Quarantäne-Attests) zu Hause bleiben, sofern eine Indikation einer möglichen Infektion besteht, d.h. Personen, die:

  • bereits an Covid erkrankt sind (gilt als Krankheit)
  • Symptome einer Covid-Erkrankung aufweisen (gilt als Krankheit)
  • zwar gesund sind, aber Kontakt zu Covid-infizierten Person hatten (EO-Entschädigung)
  • zwar gesund sind, aber aus einem Risikogebiet (unter behördlicher Quarantänepflicht) zurückreisen (Arbeitnehmerrisiko, ohne EO-Entschädigung, ohne Lohnfortzahlung)

Was, wenn der Arbeitnehmende - infolge einer (in-/ausländischen) Einreise-/Ausreisebeschränkung oder möglichen Weigerung des Transports des Flug-/Reisetransportsunternehmens wegen Krankheit - nicht mehr nach Hause in die Schweiz kommen kann?

In diesem Fall liegt das Risiko (unbezahlte Absenz) beim Arbeitnehmer, womit er grundsätzlich keinen Lohn zugute hat.

5. Schweizweite Maskenpflicht im öffentlichen Verkehr
Für Ferien in der Schweiz gilt ab dem 6. Juli 2020 schweizweit eine Maskenpflicht im öffentlichen Verkehr. Ausnahmen sind Kinder unter 12 Jahren und Menschen, die aus gesundheitlichen Gründen keine Maske tragen können. Und es muss eine Gesichtsmaske sein, ein Schal oder ein Tuch gilt nicht.

 

Quelle: Factsheet des SMGV, www.smgv.ch