Ein digitales Einfallstor für alle Dienstleistungen

Die fortschreitende Digitalisierung darf auch an der Verwaltung nicht spurlos vorbei gehen. Der KMU- und Gewerbeverband Kanton Zürich begrüsst die vom Regierungsrat heute vorgestellte Strategie «Digitale Verwaltung». Auf die Bedürfnisse der KMU-Wirtschaft ausgerichtete und durchgängig digitale Verwaltungsprozesse können Regulierungskosten reduzieren und KMU administrativ entlasten.

Der KMU- und Gewerbeverband Kanton Zürich (KGV) schätzt die Kosten, die durch staatliche Regulierung ausgelöst werden und die Wirtschaft im Kanton Zürich Jahr für Jahr belasten, auf 14 Milliarden Franken oder rund 10 Prozent des Zürcher Bruttoinlandsprodukts. 90 Prozent der Firmen in unserem Kanton sind KMU. Daher tragen sie auch den Löwenanteil dieser Kosten. Der KGV setzt sich dafür ein, dass die Regulierungskosten um mindestens 20 Prozent, also rund drei Milliarden Franken, gesenkt werden. Um sein Ziel zu erreichen, will der Wirtschaftsverband die Regulierungsdichte reduzieren und digitale Verwaltungsprozesse fördern. Deshalb begrüsst er die heute vorgestellte Strategie «Digitale Verwaltung des Kantons Zürich 2018-2023» und das damit verbundene Bekenntnis der Regierung zur Digitalisierung. «Die Zürcher Verwaltung darf die Digitalisierung nicht einfach uns KMU überlassen, sondern muss bei der Digitalisierung schweizweit eine Vorreiterrolle einnehmen», sagt KGV-Präsident Werner Scherrer, der auch den Zürcher Lehrbetriebsverband ICT präsidiert.

Koordiniertes Vorgehen zwingend

Der Erfolg der regierungsrätlichen Strategie hängt davon ab, ob es gelingt, sie ganzheitlich und über alle Direktionen hinweg koordiniert anzugehen. Nur wenn die digitalen Dienstleistungen konsequent auf die Bedürfnisse der Kunden anstatt auf die Verwaltung selber ausgerichtet sind, schaffen sie auch einen messbaren Mehrwert. E-Government-Projekte waren bislang durch eine fachliche Herangehensweise geprägt, indem ein Fachamt eine aus seiner Sicht wichtige Dienstleistung zumindest teilweise online anbot. Eine ganzheitliche Perspektive fehlte weitgehend. «Dabei ist für ein KMU nicht relevant, welche Ämter bei der Dienstleistung involviert sind», erklärt Scherrer. «Am liebsten wäre mir ein einziges digitales Eingangstor für alle Dienstleistungen der Kantonsverwaltung.» Das Impulsprogramm muss primär auf die Bedürfnisse der KMU-Wirtschaft ausgerichtet sein. Eine Erhebung über die Bedürfnisse der Zürcher Betriebe würde Klarheit schaffen, welche Verwaltungsprozesse prioritär digitalisiert werden sollten. Einen entsprechenden Vorschlag wird der KGV in den Fachrat E-Government einbringen, der die Planung und Umsetzung von E-Government-Projekten des Kantons und der Gemeinden fachlich begleitet und unterstützt.